Die Elementelehre

  • 0
  • 4. Februar 2018
FA_elementlehre

Die Lehre von den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft entwickelte sich aus der griechischen Naturphilosophie. Eigentlich leitete sie sich von den Aggregatzuständen fest, flüssig, gasförmig und glühend ab. Diese stellen keine Gegenstände dar, sondern sind Lebensprinzipien. Die Elementelehre ist Grundprinzip der Humoralmedizin. Mit ihrer Hilfe entwickelte sich auch die Anatomie und Physiologie des Menschen weiter. Ärzte konnten so bessere Diagnosen stellen und geeignete Therapievorschläge bringen.

Der Ursprung der Lehre

Der Ursprung der Elementelehre wurde vom Naturphilosophen Empedokles entwickelt. Sein Konzept geht darauf zurück, dass alles was existiert durch Liebe der Urkräfte entsteht und durch ihren Hass wieder zerstört wird. So beschrieb er Feuer als zielstrebig, Wasser als nachgiebig, Luft als flexibel und Erde als fest. Über Jahrhunderte wurde die Elementelehre weiterentwickelt. Aristoteles ging davon aus, dass der Mensch aus den vier Elementen in unterschiedlicher Zusammensetzung bestand. Demnach gab es vier Elementenpaare. Feuer beschrieb er als warm und trocken, Luft als warm und feucht, Wasser als kalt und feucht und Erde als kalt und trocken. Zusätzlich beschrieb er ein fünftes Element den Äther. Dieser vereinigt die Gegensätze der Elemente. Danach entwickelte Galen die Lehre der Elemente weiter und sagte ihnen Farbe, Geschmack und Emotionen zu. So entwickelten sich die vier Temperamente, Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker und Melancholiker.

Übersicht der Elemente

Feuer

Das Feuer wird als aktive und anregende Kraft bezeichnet. Es wird dem Herzen, der Galle und der Gelbgalle zugeordnet. Demnach wirkt es keimtötend und Kreislaufanregend. Die Erkrankungen die dem Feuer zugeordnet sind, sind Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Fieber. Sein Temperament ist der Choleriker.

Luft

Da sich die Luft fast überall befindet wird sie natürlich dem Atmungssystem, dem Hormonsystem und dem Schlaf-Wachrhythmus zugeordnet. Die Luft wirkt anregend und zu ihren Erkrankungen zählen Krämpfe oder Lähmungserscheinungen. Das Temperament der Luft ist der Sanguiniker.

Wasser

Das Wasser ist lebenserhaltend, kühlend und befeuchtend und wird den Körperflüssigkeiten zugeordnet. Die Erkrankungen die dem Wasser zugeordnet sind steife Gelenke, Ödeme oder Trockenheit der Haut.  Das Temperament des Wassers ist der Phlegmatiker.

Erde

Die Erde ist kühlend und austrocknend und wird den Knochen und Gelenken zugeordnet. Die Erkrankungen die dem Element der Erde zugeordnet sind Arthrose und Depressionen. Das Element der Erde ist der Melancholiker.

Beim gesunden Menschen stellen die vier Elemente ein Gleichgewicht dar. Aber sobald ein Zuviel oder ein Zuwenig eines gewissen Elements vorhanden ist, entsteht eine Krankheit oder Schwäche. So kann eine Erkrankung, die durch eine Schwächung eines Elements entstanden ist, durch eine Stärkung eines anderen Elements behandelt werden und umgekehrt. Zum Beispiel wird bei Kälte die Durchblutung des Körpers durch Rosmarin angeregt.

Quelle: Grundlagen der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde von Christian Raimann, Chrischta Ganz, Friedemann Garvelmann, Heide-Dore Bertschi-Stahl, Rosemarie Fehr-Streule